Deinen ersten Sprachtandem meistern

Gespeichert von Arthur Müller am Fr, 12/01/2017 - 06:03

Wenn Du noch nie einen Sprachtandem gemacht hast und davor Bange hast, dann ist dies verständlich jedoch absolut unnötig. Denn vom Grundsatz wird sich ein Tandem nicht viel mehr von deiner täglichen Kommunikation unterscheiden. Es gibt dennoch einige Erfahrungswerte und Tipps, die es Dir vereinfachen können, die neue fremdsprachige Kommunikationserfahrung zu starten und positiv zu gestalten.

Du hast nun mit einem für Dich interessanten Sprachpartner wenige Pings ausgetauscht und es geht auf das erste persönliche Treffen zu.

Wie anfangen?

Du weißt nicht, wie du in das Gespräch einsteigen sollst, dann informiere Dich gegebenenfalls über dein Gegenüber soweit möglich im Voraus. Eventuell anhand seines Profils bei SprachDuo. Oder bereite ein paar offene Fragen vor. Sind deine Fremdsprachenkenntnisse eventuell das Hindernis und du weißt gar nicht weiter, dann such doch nach einem fremdsprachigen Dialogen und lass dich einfach anregen. 

Keep it simple stupid

Versuch die ersten Gespräche mit einfachen Themen anzufangen. Auch wenn deine Fremdsprachenkenntnisse schon fortgeschritten sind. So gewöhnst Du Dich Schritt-für-Schritt an die Aussprache deines Sprachtandems oder er an deine. Zeige dass du zuhörst und hör auch genau hin. Es kommt schneller zu Verwechselungen bei neuen Sprachen als man denkt ;)

Tempo: Moderato!

Gesprächstempo und Pausen sind nach Kulturen unterschiedlich. Während die Spanier sich im Gespräch beinah überschlagen, reden wir Deutsche etwas langsamer und in Japan die Pausen zwischen den Dialogphrasen einem wie eine halbe Ewigkeit vorkommen kann. Pass dein Tempo also lieber nach unten an, damit dein Sprachpartner sich nicht überlastet fühlt.

Kurz, aber bereichernd

Gestalte die ersten Treffen nicht zu lang. Hören und Sprechen einer fremden Sprache kann einem gerade zu Anfang buchstäblich Kopfschmerzen und Zungendreher bereiten. Hör auf bevor deine Konzentration sichtlich für den Anderen fällt. 

Bleib cool!

Gestalte das Gespräch nicht wie ein Verhör auch wenn deine Begeisterung alles möglichst schnell über fremde Kultur zu erfahren, dich übernimmt.

Verpass nicht den Anschluss

Am Anfang führt das Gespräch oft über die eigene Begeisterung für Fremdsprachen zum Austausch. Denn das ist schließlich das erste gemeinsame Interesse von euch beiden! Dieses Thema ist jedoch irgendwann ausgeschöpft. Schaffe den Übergang auf weitere persönlichen Interessen. Gerade wenn dein Gesprächspartner nicht zum ersten Mal einen Tandem macht, so könnte er nicht zum ersten Mal über Fremdsprachen gesprochen haben… 

Sei guter Lehrer

Agierst du in der Rolle des “Lehrers” beim Treffen und hilfst deinem Sprachtandem beim Erlernen deiner Muttersprache, ist es natürlich wichtig ihn oder sie auf die Fehler hinzuweisen, die beim Sprechen passieren. Aber bitte nicht ständig!!! Zugunsten des Gesprächsflusses solltest du nur auf die Fehler hinweisen, die oft vorkommen und sich im Gespräch mehrmals wiederholt haben. Man kann sich meistens eh nicht mehr als ein paar Korrekturen nach einem Gespräch dauerhaft merken.

Bleib nicht sitzen!

Viele verabreden sich in Cafés oder Bars zu einem Drink, gerade wenn man in einer Großstadt lebt. Es ist eine ganz nette Art im Winter der Kälte auszuweichen, jedoch meist nicht die beste Möglichkeit für einen Kontakt mit einer fremdsprachigen Person. In den Bars kann es oft laut werden, was unvermeidbar dazu führt, dass bei demjenigen mit den geringeren Sprachkenntnissen entsprechende Probleme bei Hörenverstehen entstehen würden. Dies führt automatisch zu ständigen unangenehmen Nachfragen und unterbricht den den gerade keimenden Dialogflüss. Falls solche Location unvermeidbar ist, dann wähle ein ruhigeres Eck.

Sammle Eindrücke

Wähle bevorzugt einen Ort mit mehr äußeren Eindrucken. Es gibt nichts schlimmeres, wenn die ersten Smalltalk-Themen und das oberflächliche Kennenlernen erschöpft, und man weiter in einem Café sich gegenüber sitzend bei einer unangenehmen Stille anschaut… Ein guter Weg ist der Spaziergang. Dadurch wird die Atmosphäre automatisch aufgelockert. Der Blickkontakt kann natürlich unterbrochen werden und nicht wie im Café, in dem man am Gegenüber aufgezwungen vorbeischauen muss. Unter Umständen passiert auch etwas mehr um einen rum und regt zu neuen Gesprächsthemen an. 

Falls ein Café doch unvermeidbar ist, dann setzt dich auf keinen Fall am Tisch gegenüber, sondern lieber ums Eck. Dies wird einerseits die Distanz verbringen, so dass man nicht über den Tisch “schreien” muss, wenn deine Fremdsprachenaussprache nicht eindeutig war. Andererseits lockert es auch wieder den Blickkontakt.

Nicht verzweifeln

Nach mehreren Treffen mit deinem neuen Sprachpartner kann passieren, dass die Gespräche sich auf eine der beiden Sprachen einpendeln, so dass gefühlt nur einseitiger Lernerfolg entsteht. Lass Dich davon nicht von der Grundidee des Tandems abbringen. Denn das ist ganz normal. Es gibt immer zwei Arten der Tandems: 

  1. Diejenigen, die deine Sprache lernen wollen, um sich möglichst schnell zu integrieren. 
  2. Und diejenigen, die nach der bestimmten Phase der Integration ihre ursprüngliche Muttersprache vermissen und wieder frei sprechen möchten. 

Such Dir daher mindestens zwei oder gar mehr Sprachpartner! So kommen beide Parteien zum Zug und Du wirst in jedem Fall mehr von neuen Kulturen erfahren.

Mehr Aktivitäten

Dir fehlen Ideen für gemeinsame Unternehmungen, dann kannst du Dich über AEGEE über mehr fremdsprachige Aktivitäten informieren. Oder abonniere die AEGEE Nachrichten Direkt bei SprachDuo in deinem Profil. Lokale AEGEE Antennen verschicken regelmäßig Informationen zu solchen Veranstaltungen. Diese kannst du üblicherweise auch auf der Seite deiner Stadt einsehen

Sende uns Deinen Erfahrungsbericht

Hast Du positive Erfahrungen mit Sprachtandems gemacht, oder es fehlen Dir wichtige Punkte in der oberen Liste, oder teilst einfach unsere Ansicht nicht, so sende kontaktiere uns einfach oder sende direkt einen Erfahrungsbericht. Weitere interessante Tipps und Tricks über Gesprächsführung findest Du übrigens in diesem Artikel von wikiHow.